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BIOPIRATERIE IM AMAZONASGEBIET
EINE EINFÜHRUNG

Biopiraterie bedeutet nicht nur das Schmuggeln verschiedener Arten von Flora und Fauna, sondern in erster Linie die Aneignung und Monopolisierung des Wissens und der biologischen Ressourcen der traditionellen Bevölkerung. Biopiraterie verursacht den Verlust der Kontrolle der traditionellen Bevölkerungen über ihre Ressourcen. In der Amazonas-Region ist das allerdings kein neues Phänomen!
Dieses kollektive Wissen darf nicht als Gebrauchsgut gesehen werden, das einfach verkauft oder gekauft werden kann! In den letzten Jahren sind - durch den Fortschritt der Biotechnologie, die Einführung eines Systems weltweit gültiger Warenzeichen und Patente, sowie internationale Vereinbarungen über geistiges Eigentum, wie etwa das TRIPs-Abkommen - die Möglichkeiten solcher Machenschaften multipliziert worden. Jedoch gibt es auch Bemühungen, diese Situation umzukehren:

  • 1992, während der Eco-92-Konferenz in Rio de Janeiro, wurde die „Convention on Biological Diversity“ unterzeichnet. Die Konvention bezweckt unter anderem eine Regelung des Zuganges zu den biologischen Ressourcen, und eine angemessene und gerechte Teilung der Profite die aus einer kommerziellen Anwendung der genetischen Ressourcen entstehen mit den traditionellen Gemeinschaften.
  • 1995 stellte Senatorin Marina Silva (von 2003 an die brasilianische Ministerin für Umwelt) ein Gesetzprojekt vor, das legale Mechanismen für praktische Arrangements entwirft, in Übereinstimmung mit der „Convention on Biological Diversity“.
  • Im Dezember 2001 formulierten Schamanen verschiedener indigenen Völker von Brasilien einen Brief in São Luis do Maranhão, einem wichtigen Dokument an die „World Intellectual Property Organization“ - wobei sie alle Formen der Patente, die von traditionellem Wissen stammen, ablehnen.
  • 2002, 10 Jahre nach Eco-92, fand der Workshop „Growing Diversity“ in Rio Branco, Acre (Brasilien), statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von der internationalen, nichtstaatlichen Organisation (NGO) GRAIN, gemeinsam mit der NGO GTA-Acre. 100 Repräsentanten von Bauern, Fischern, indigenen Völkern, Sammlern, Handwerkern und NGOs von 32 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika nahmen an dieser Veranstaltung teil. Sie formulierten die „Verpflichtung von Rio Branco“, worin sie auf die ernsthafte Bedrohung der Biopiraterie aufmerksam machen und Maßnahmen einfordern - unter anderem, dass „Patente auf Leben“, jede mögliche Form des geistigen Eigentums auf Biodiversität und traditionellem Wissen verboten werden sollten.

Jedoch scheinen diese Bemühungen nur ein erster Schritt und wenig - verglichen mit der Habsucht der Spekulanten und der multinationalen Firmen, die weiter die Monopolisierung des amazonischen Reichtums vorantreiben.
SIDE-EVENT  COP9
Aldeias Vigilantes

INFOS ÜBER DIE KAMPAGNE:


08.03.2004
Rio Branco - Acre - Brasilien: Amazonlink feiert den ersten"Cupuaçu-Sieg" mit Capoeira und Rock

01.03,2004:
Warenzeichen „Cupuaçu“ in Japan annulliert

Deutschland:

Regenwald Institut und Buko Kampagne gegen Biopiraterie starten Kampagne gegen Marken und Patente auf Cupuaçu:

  • Einwendung beim Europäischen Patentamt
  • Postkartenaktion
  • Verkauf von
    "fairen Cupuaçupralinen"

Lesen Sie hier den letzten "Kaperbrief"* der Buko Kampagne.
*benötigt
Acrobat reader
Kontakte: info@biopiraterie.de
info@regenwald-institut.de

Brasilien:

Das GTA Netzwerk übernimmt die Koordinierung der von Amazonlink.org initiierten Kampagne

GTA und Amazonlink.org eröffnen gemeinsam mit anderen brasilianischen Organisationen Prozess zur Löschung der Marke "Cupuaçu" in Japan.
Klicken Sie hier für den von uns eingereichten Antrag in Englisch und Japanisch

*3,1MB, benötigt Acrobat reader

Gemeinschaftsaktion mit Greenpeace:
Unterschriftensammlung auf Riesenbanner beim Cupuaçu-Fest

>>Fotos


[Informationen über den letzten Stand der Kampagne in Brasilien sind einstweilen nur auf portugiesisch verfügbar]

Kontakt:info@amazonlink.org

Diese Seiten:

Amazonlink.org stellt Kontakte zwischen landwirtschaftlichen Produzenten im Amazonasgebiet einerseits und ausländischen Kunden von nachhaltigen Produkten andererseits her. Im Verlauf dieser Tätigkeiten stießen wir auf Hindernisse wegen eingetragener Warenzeichen und Patenten von bestimmten Produkten.
Diese Produkte gelten als großes Potential für die nachhaltige Entwicklung der Amazonas-Region. Diese Recherchen und die Fakten dazu führten uns zur Publikation dieser Seiten.

Die Zielsetzungen dieser Seiten sind:

  • die Öffentlichkeit über einige neue Fälle von Patenten und eingetragenen Warenzeichen, wie Cupuaçu, Andiroba und Copaíba, zu alarmieren. Wir sind beunruhigt über diese Fälle - wegen ihrer negativen Auswirkung auf die traditionellen Gemeinschaften und ihre kommerziellen Tätigkeiten, und auf die nachhaltige Entwicklung der Amazonas-Region im Ganzen. Der Fall des Ayahuasca-Patent wird hervorgehoben, weil das Patent die kulturelle Identität der indigenen Völker in dieser Region besonders trifft.
  • starke Bündnisse von Landwirten und indigenen Völkern zu schaffen, im Kampf gegen die unrechtmässige Verwendung und Monopolisierung ihrer Ressourcen und ihres Wissens, sowie im Kampf gegen die kolonialistische Ausbeutung der Biodiversität des Amazonasgebiets.
  • und schließlich zu mehr Transparenz in der Diskussion über Biopiraterie beizutragen.




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